Haarwuchsmittel Test: Wie stehts mit der Aussagekraft?

Stichwort Haarwuchsmittel Test: Die Erkenntnis, dass die eigenen Haare langsam weniger werden, trifft die meisten Menschen sehr hart, rasch ist man versucht, zu Haarwuchsmitteln zu greifen.

Aber sind diese auch wirksam?

Wann Haarausfall einsetzt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig, und obwohl die direkten Ursachen für Haarausfall inzwischen relativ gut erforscht sind, sind der genaue Mechanismus und die Auslöser weiterhin ungeklärt.

Das macht es häufig schwierig, geeignete Mittel zur Bekämpfung der Symptome zu entwickeln.

Grob lassen sich Haarwuchsmittel in zwei Kategorien einteilen:

  • Präparate, die den Ausfall an sich stoppen sollen
  • Präparate, die zu Bildung neuer Haare anregen sollen

Obwohl in beiden Bereichen intensiv geforscht wird, ist es bis heute noch nicht zu einem großen Durchbruch gekommen. Allerdings sind Fortschritte erzielt worden, die darauf hoffen lassen, dass sich das Problem mittel- oder langfristig unter Kontrolle bringen lassen könnte.

Klinische Studien sind Mangelware

Es wäre sicher falsch, jedem Haarwuchsmittel im Voraus eine Wirkung abzusprechen, wie dies Skeptiker oft tun.

Allerdings sind verlässlich und wissenschaftlich durchgeführte Studien zu dem Thema nur schwer zu finden.

Das liegt an verschiedenen Gründen:

  • Zum einen ist die schiere Zahl der Studien nur schwer zu überschauen und viele von ihnen halten sich nicht oder nur eingeschränkt an in der Medizin übliche Standards oder machen ihre Parameter gar nicht erst öffentlich.
  • Zum anderen sind die Tests nur schwer zu kontrollieren, was den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung mitunter bis zur Unkenntlichkeit verschleiert.

Darüber hinaus sind Versuche an Menschen wegen eventueller Nebenwirkungen nur eingeschränkt möglich und relativ kostspielig. Da die meisten davon jedoch negativ ausgehen, haben die Hersteller der Haarwuchsmittel auch kein Interesse daran, sie zu finanzieren.

Private Erfahrungen können nicht pauschalisiert werden

Ein weiteres Problem mit gezielt angelegten Testreihen ist, dass sie oft widersprüchliche Ergebnisse hervorbringen. Diesen Effekt kennen die meisten Betroffenen nur zu gut aus dem eigenen Bekanntenkreis.

Was bei dem einen scheinbar Wunder bewirkt, bleibt bei anderen oft vollkommen wirkungslos. In einem Test werden die Ergebnisse jedoch normiert, so dass sich auch große Erfolge bei Einzelnen in der Masse der anderen Teilnehmer verlieren.

Dies ist ein weiterer Grund dafür, dass viele Untersuchungen ohne ein nennenswertes Ergebnis ausgehen. Ein Beispiel dafür ist Minoxidil, das als Haarwuchsmittel schon seit einiger Zeit gebräuchlich ist. Anfangs galt es als eine Wunderwaffe gegen die Glatze – doch schnell wurden auch gegenteilige Resultate veröffentlicht.

Inzwischen ist die Sichtweise etwas differenzierter geworden – es gilt als sicher, dass Minoxidil in bestimmten Fällen helfen kann, den Haarausfall zu reduzieren oder ganz zu stoppen. 

Labore testen nur die Inhaltsstoffe eines Haarwuchsmittels

Andere Tests, die insbesondere von Zeitschriften durchgeführt werden, sind rein theoretisch. Sie analysieren die Inhaltsstoffe und geben auf Grundlage dessen Empfehlungen.

Oft wird dabei auch nicht berücksichtigt, dass Haarausfall Ursachen haben kann, die sich nicht über einen Kamm scheren lassen.

So ist erblich bedingter Haarausfall nur in bestimmten Fällen effektiv zu bekämpfen, solcher, der auf Krankheiten zurückzuführen ist, aber mitunter sehr gut.

In der Folge erhalten Haarwuchsmittel gute oder schlechte Bewertungen, die nur unter bestimmten Umständen sinnvoll sind.

Von den Testern wird dieser Zusammenhang leider häufig verschwiegen oder nicht deutlich genug kenntlich gemacht. Es bleibt deshalb die Aufgabe des Käufers, sich über solche Details auf eigene Faust vorab zu informieren.

Fazit

Haarwuchsmittel Tests liefern widersprüchliche Ergebnisse. Als gesichert gilt jedoch, dass Mittel, die den Wirkstoff Minoxidil enthalten, mit einer Wahrscheinlichkeit von über 80% wirken.  Dies bedingt allerdings eine regelmässige Anwendung, was nicht ganz billig ist.