Haarwuchsmittel Stiftung Warentest, was muss ich wissen?

Nahezu alle Menschen wünschen sich gesundes und kräftiges Haar, und fast ebenso viele Menschen haben Probleme mit ihrem Haarschopf. Sei es der Haarwuchs, Haarausfall, Spliss, trockes und fettiges Haar oder einfach mangelndes Volumen. In der Tat leiden circa 40 Prozent aller Frauen an Haarausfall und etwa ab 50 bis 80% der Männer.

Bei den vielen Haarausfall Ursachen und dem daraus resultierenden hohen Bedarf an Hilfe liegt es auf der Hand, dass sich der Markt im Kampf gegen die drohende Glatze nicht lange bitten lässt.

Die Regale der Supermärkte und Drogerien sind voll mit Shampoos und Pflegeprodukten aller Art. Doch wie gut sind diese Produkte wirklich und halten sie das, was uns die Werbung Glauben machen will? In vielen Tests fielen zahlreiche Produkte mit erstaunlichen Ergebnissen durch.

Testergebnisse sind unbefriedigend

Die Zeitschrift „Öko Test“ berichtet, dass die die wenigsten der getesteten Produkte einen wirklichen Nutzen bringen. Von 30 getesteten Mitteln schnitten lediglich die gut ab, die in Apotheken als rezeptpflichtiges Arzneimittel gehandelt werden und den Wirkstoff Finasterid enthalten.

Bemängelt werden fehlende Wirksamkeitsbelege der angebotenen Produktvielfalt. „Anti-Haarausfallsystem“ und andere rhetorisch schwammige Formulierungen geben kaum Aufschluss über Anwendung oder Wirksamkeit des Produktes. Richtig ist wohl, dass sie vielmehr eine „Mogelpackung“ verkaufen.

Auch Produkte namhafter Hersteller fielen mit Pauken und Trompeten durch oder schnitten mit einem ernüchternden „mangelhaft“ ab. Der klar nachzuvollziehende Nutzen zahlreicher Inhaltstoffe in den Produkten der Hersteller ist nicht belegt.

Für Hopfenextrakt, Ginseng, Koffein oder Klettenwurzelöl gibt es keine Studien oder publizierte Daten, die einen Erfolg dokumentieren. In vielen Fällen seien auch Testreihen fragwürdig, da sie von den Herstellern bewusst in den Monaten Oktober bis Dezember durchgeführt wurden – einer Zeit, in der Haarwuchs und Haardichte ohnehin auf natürliche Weise zunehmen.

„Stiftung Warentest“ prüfte im Auftrag des Magazins STERN verschiedene Haarwuchsmittel. Lediglich bei einem einzigen Präparat, das den Wirkstoff Minoxidil enthalte, das die Durchblutung der Kopfhaut fördere, sei eine „messbare“ Verbesserung des Haarwuchses zu belegen.

Lediglich bei Minoxidil sei eine „messbare“ Verbesserung des Haarwuchses zu belegen.

Gleichzeitig müsse man die Nutzung dieses Mittels aber auf bestimmte Altersgruppen beschränken. Reizung und Rötung der Haut seien als Nebenwirkungen anzunehmen. Ferner sollte Minoxidil bei hormonell bedingtem Haarausfall nicht angewendet werden. Rein hormonell bedingter Haarausfall ist außerdem so selten, dass man getrost auf dieses Mittel verzichten kann.

Gleichfalls bedenklich sind Mittel, deren Beipackinformationen sich lesen wie rezeptpflichtige Arzneimittel mit Nebenwirkungen aller Form und Farbe nebst Einschränkungen für Schwangere und Stillende.

 

Haarwuchsmittel zeigen keinen Nutzen

Das ernüchternde Ergebnis der Untersuchung zeigt zweifelsohne, dass die meisten Haarwuchsmittel nicht nur völlig nutzlos sind, sie können statt einer Verbesserung sogar Schaden anrichten. Leider wird diese Erkenntnis gerne verschwiegen.

Es gibt kein Haarwuchsmittel! Das Einzige, das Sie tun können ist, Ihrem Haar ein natürlich und gesundes Umfeld zu bieten, in dem es wachsen kann.

Tatsächlich kann man den Haarwuchs weder beschleunigen, noch abgestorbenen Haarwurzeln mit irgendwelchen Shampoos oder Ampullenkuren wieder reaktivieren.

Das Einzige, das Sie tun können ist, Ihrem Haar ein natürlich und gesundes Umfeld zu bieten, in dem es wachsen kann.

Unser Haar braucht zum Wachsen verschiedene Nährstoffe wie Vitamin-B, Zink, Eiweiss, uvm. – alles Wirkstoffe, die auch in gesunder Ernährung oder verschiedenen Pflegeprodukten enthalten sind.

Wer seinem Haar zu mehr Glanz verhelfen will, kann eine Spülung mit Bier oder Zitronensaft machen. Zwiebel- und Knoblauchwasser geben den Haarwurzeln zusätzlich Vitamin B. Eine entspannende Kopfmassage fördert die Durchblutung der Kopfhaut und regt den Transport von Sauerstoff und Nährstoffen zu den Haarwurzeln an.

Durch eine gesunde Ernährung, die Mangelernährung kompensiert und unter Anwendung entsprechender Haarpflegeprodukte wird Ihr Haar nicht schneller oder vermehrt wachsen. Allerdings werden sich geschwächte Haarwurzeln erholen, und Ihnen in ein paar Wochen möglicherweise volleres Haar bescheren.

Die Stiftung Warentest hat sich zu dieser Erkenntnis nicht geäußert – Ihr Arzt wird Ihnen hierfür bestimmt gerne eine Bestätigung aussprechen.