Haarwuchsmittel: Infos, Produkte, Tests

HaarwuchsmittelDie gute Nachricht zuerst: Dank moderner Haarwuchsmittel kann Haarausfall gestoppt werden.

Die schlechte Nachricht: Eine Wirkung kann nicht garantiert werden.

So oder so ähnlich lauten die Versprechen der Hersteller: Das Wachstum neuer Haare wird angeregt, die Glatze schwindet, das Haupthaar wird voller, glänzender und überhaupt wieder wie neu…

Doch welche Haarwuchsmittel wirken sich tatsächlich positiv auf Haarverlust und Haarwachstum aus? Diese und weitere Fragen versuchen wir zu beantworten.

Minoxidil, Finasterid und Alfatradiol – Mittel gegen erblich bedingten Haarausfall

Erblich- oder anlagebedingter Haarausfall betrifft viele Menschen. Und das nicht erst im Alter. Bei dieser Form des Haarausfalls reagieren die Haarfollikel überempfindlich auf DHT, ein Steroidhormon namens Dihydrotestosteron. Um dem übermäßigen Haarverlust entgegen zu wirken, werden hauptsächlich die Wirkstoffe Minoxidil, Finasterid und Alfatradiol eingesetzt.

1. Minoxidil

Minoxidil wurde ursprünglich gegen eine Sonderform des Bluthochdrucks eingesetzt, mittlerweile wird es aber hauptsächlich bei Haarausfall verwendet. Die Wirkungsweise ist nicht vollständig geklärt, Experten vermuten aber, dass Minoxidil die Durchblutung steigert und Follikel stimuliert, wodurch die Lebensdauer des Haars wieder verlängert wird.

Zu den bekanntesten Haarwuchsmittel mit Minoxidil gehören:

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Regaine / Rogaine

Für Männer

Für Frauen


 
Die Haarwuchsmittel sind meist als Lösung oder Schaum, sowie in verschiedenen Konzentrationen erhältlich. Geringe Konzentrationen sind rezeptfrei aber auch weniger wirksam.

Generell brauchen Frauen eine geringere Minoxidil Konzentration als Männer. Deshalb gibt es die jeweiligen Produkte auch gezielt für Frauen oder Männer. 

 

2. Finasterid

Finasterid wurde, ebenso wie der Wirkstoff Minoxidil, zunächst als Medikament gegen eine andere Krankheit, namentlich benigne Prostatahyperplasie, entwickelt. Als Nebenwirkung griff es aber auch positiv in den erblich bedingen Haarausfall ein.

Bei Finasterid handelt es sich um ein synthetisches Steroid, dass die Umwandlung von Testosteron in Dihydrotestosteron verhindert. Es ist nur für Männer zugelassen.

Vertrieben wird der Wirkstoff in Tablettenform unter den Namen:

  • Finasterid
  • Propecia

Als Mittel gegen Haarausfall liegt die Dosierung bei 1 mg pro Tag.

 

3. Alfatradiol

Alfatradiol verhindert gleich dem Wirkstoff Finasterid die Umwandlung von Testosteron zu Dihydrotestosteron. Anders als Finasterid kann es aber auch von Frauen angewendet werden.

Alfatradiol ist als Wirkstoff in den folgenden Medikamenten enthalten:

  • Ell-Cranell Alpha
  • Pantostin

Der Wirkstoff wird in Form einer Lösung direkt auf die Kopfhaut aufgetragen und ist rezeptfrei erhältlich.

 

Die Wirkstoffe im Vergleich

Im Bereich der Wirksamkeit zeigt Minoxidil die besten Ergebnisse. Denn anders als Finasterid und Alfatradiol stoppt beziehungsweise verlangsamt Minoxidil den Haarausfall nicht nur, sondern regt auch ein schnelleres Haarwachstum an.

Die wenigsten Nebenwirkungen treten bei Alfatradiol auf. Hier kommt es durch die Alkohollösung in einigen Fällen zu lokalen Hautreizungen, Juckreiz und Rötungen. Anders bei Finasterid, das sogar zu irreversiblen erektilen Dysfunktionen und depressiven Verstimmungen führen kann.

Minoxidil kann ebenfalls Hautreizungen hervorrufen aber auch Auswirkungen auf den Blutdruck haben und die Neigung zu Angina Pectoris verstärken.

Allen drei Wirkstoffen ist gemein, dass eine Behandlung durchgängig erfolgen muss. Wird das Haarwuchsmittel nicht mehr angewendet, schreitet der Haarausfall weiter fort.

Mittel gegen kreisrunden Haarausfall

Kreisrundem Haarausfall kann eine Vielzahl von Ursachen zugrunde liegen, daher kommt auch eine Vielzahl von Behandlungen infrage. Wird eine Autoimmunerkrankung vermutet, werden häufig Glucocorticoid-Lösungen verwendet. Diese sollen einen Angriff des Immunsystems auf die Haarfollikel unterdrücken.

Ebenso können aber auch Vergiftungen, Allergien, Infektionen oder ein Befall mit Keimen oder Parasiten zu kreisrundem Haarverlust führen. Die Behandlung muss dann natürlich entsprechend angepasst werden.

 

Koffein und Klettenwurzelöl – natürliche Haarwuchsmittel

Natürliche Mittel gegen Haarausfall haben in der Regel eine gesteigerte Durchblutung der Kopfhaut und damit auch eine bessere Nährstoffversorgung der Haarwurzeln zum Ziel.

Zu ihnen gehören:

  • Koffein
  • Klettenwurzelöl
  • Birkenblätterextrakt
  • Teebaumöl
  • Brennnessel in Form von Aufgüssen und Lösungen
  • Ingwer

Einige Kombinationspräparate verbinden diese durchblutungsfördernde Wirkung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Diese sollen Haut und Haar pflegen und direkt versorgen oder aber speziellen Formen des Haarausfalls entgegenwirken.

Zu den bekanntesten dieser Haarwuchsmittel zählen:

  • Priorin
  • Plantur39
  • Pantovigar

Besteht der Haarausfall tatsächlich als eine Mangelerscheinung oder ist durch Stress entstanden, wirken die natürlichen Mittel und Kombinationspräparate ihm in der Regel entgegen. Anders bei anlagebedingtem oder kreisrundem Haarausfall. Auch hier können sie aber als zusätzliche Therapie für schnellere Erfolge sinnvoll sein.

 

Alternative Haarwuchsmittel und Behandlungen

Neben den chemischen und pflanzlichen Wirkstoffen, die oral eingenommen oder direkt auf die betroffenen Areale appliziert werden, existieren auch alternative Mittel und Behandlungen.

Dazu gehören:

  • Schüßler-Salze
  • Homöopathische Mittel
  • Massagen der Kopfhaut
  • Injektionen mit Panthenol
  • Phytotherapie
  • Ausgleich des Säuren-Basen-Haushaltes
  • Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Vor allem die ganzheitlichen Ansätze, wie Homöopathie, Phytotherapie und TCM, behandeln nicht allein das Symptom Haarausfall, sondern den ganzen Menschen. Daher können diese auch eine Verbesserung des Allgemeinbefindens bewirken.

Auch wenn es sich „nur“ um, größtenteils pflanzliche, alternative Mittel handelt, gehört eine Behandlung in fachkundige Hände. Empfehlenswert sind Ärzte mit Zusatzqualifikationen und Heilpraktiker.

 

Haarwuchsmittel gezielt auswählen und einsetzen

Haarwuchsmittel können nur dann wirklich effektiv wirken, wenn sie gezielt – und auf die jeweiligen Haarausfall Ursachen abgestimmt – ausgewählt werden. Es bringt also in der Regel recht wenig, ohne vorherige Diagnose zum nächstbesten Mittel aus der Drogerie zu greifen.

Und da für übermäßigen Haarverlust zahlreiche Ursachen infrage kommen, sollten der Diagnose umfassende Untersuchungen vorausgehen.

Haarwuchsmittel, die die Durchblutung der Kopfhaut fördern, die Nährstoffversorgung verbessern und das Haarwachstum auf diese Weise anregen, können jedoch in jedem Fall als begleitende Therapie eingesetzt werden.

Hierbei sollte aber beachtet werden, dass bei gleichzeitiger medizinischer Behandlung negative Wechselwirkungen auftreten können. Auch wenn es sich um natürliche Haarwuchsmittel auf pflanzlicher Basis handelt, sollten diese also nur nach vorheriger Absprache mit dem behandelnden Arzt eingesetzt werden.

 

Wunderwaffe Haarwuchsmittel?

Bei aller Vielfalt der Haarwuchsmittel und wissenschaftlich belegten Erfolgen sollte dennoch nicht von einer Wunderwaffe ausgegangen werden. Denn sind keine Haarwurzeln mehr vorhanden, können weder diese noch Haare neu nachwachsen.

Und selbst wenn das gewählte Mittel den Haarausfall stoppt oder zumindest deutlich verlangsamt, werden Resultate erst sehr spät sichtbar. Diese verzögerten Ergebnisse sind in der Dauer des Haarwachstums begründet. Gesunde Haare wachsen durchschnittlich einen drittel Millimeter pro Tag. Damit schaffen sie es im Monat auf fast einen Zentimeter.

Hinzu kommt, dass sich Haarwurzeln und Haarfollikel meist für einige Zeit erholen müssen, bevor sie wieder in der Lage sind, gesunde Haare hervorzubringen.

Auch an hoch dosierte Haarwuchsmittel sollten daher realistische Erwartungen gestellt und Geduld bei ihrer Anwendung bewiesen werden.

 

Die Wirkung der Haarwuchsmittel steigern

Ob medikamentöse Behandlung oder alternative Therapie – die Wirkung der Haarwuchsmittel lässt sich durch einfache Änderungen der Lebensweise steigern.

  1. Gesunde, vollwertige Ernährung – Haare können nur dann wachsen, wenn ausreichend Nährstoffe für ihre Produktion zur Verfügung stehen. Und die einfachste Möglichkeit, diese bereitzustellen, ist eine ausgewogene Ernährungsweise.
  2. Ausreichend Schlaf und Erholung – ist man ständig müde oder gestresst, wirkt sich das negativ auf die gesamte Gesundheit und damit auch auf das Haarwachstum aus. Stressige, hektische Phasen, große körperliche oder psychische Belastungen führen daher nicht selten zu vermehrtem Haarverlust.
  3. Sport – wer regelmäßig Sport treibt, ist meistens besser durchblutet. Und das wirkt sich positiv auf die Haargesundheit aus.
  4. Genussmittel einschränken – Alkohol und Nikotin haben einen negativen Einfluss auf Durchblutung und Nährstoffaufnahme. Auch für das Haarwachstum sind sie daher nicht förderlich.
Wird die Lebensweise gesünder, erholen sich auch die Haarwurzeln schneller und Haarwuchsmittel können besser wirken.