Haarausfall Ursachen: Welche Arten gibt es und wie sind die Symptome?

Haarausfall Ursachen: Welche Arten gibt es und wie sind die Symptome?

Bevor wir uns mit Haarausfall Ursachen und den Symptome befassen, wollen wir uns zunächst damit beschäftigen, was es mit unserem natürlichen Kopfschmuck auf sich hat. Dann können wir besser verstehen, warum es unterschiedliche Formen von Haarausfall gibt und warum so viele unterschiedliche innere und äußere Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Haarausfall UrsachenAnzahl Haare

Jeder Mensch hat durchschnittlich um die 100’000 Haare auf dem Kopf. Blonde Menschen haben sogar mehr, Rot- und Dunkelhaarige eher weniger.

Haarfarbe

Welche Haarfarbe wir haben, liegt in erster Linie in unseren Genen begründet. Die Haarfarbe selbst wird durch ein Pigment, das Melanin, gebildet. Genauer gesagt entscheidet das Mischungsverhältnis unterschiedlicher Melanin-Arten darüber, welche Haarfarbe wir haben. Wenn die Haare grau werden (für viele Menschen ist das mindestens genauso schlimm wie Haarausfall), ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass die Melaninproduktion nachlässt.

Wachstum

Jeden Monat wächst unser Kopfhaar etwa ein bis zwei Zentimeter. Ein Haar hält sich zwischen zwei und sechs Jahren auf unserem Kopf, spätestens dann fällt es aus. Jedes einzelne Haar durchläuft nacheinander unterschiedliche Phasen – den Haarzyklus.

Infobild im Artikel Haarausfall Ursachen: WachstumszyklusWachstumsphase

80 bis 90 Prozent unserer Haare befinden sich in der Anagen-, also der Wachstumsphase. Sie dauert zwischen zwei und sechs Jahren.

Übergangsphase

In der sogenannten Katagenphase, der Übergangsphase, die zwei bis drei Wochen anhält, stellt das Haar sein Wachstum ein und kappt die Verbindung zur Haarwurzel. Etwa ein Prozent aller Haare eines Menschen befinden sich in der Übergangsphase.

Ruhephase

Die letzte Phase des Haarzyklus bildet die Ruhephase, von der in etwa 15 Prozent aller Haare betroffen sind. Diese Phase dauert zirka drei Monate. Das nachwachsende Haar schiebt das alte Haar nach außen, bis es letztendlich ausfällt.

Den Zyklus der drei Phasen durchlebt jede Haarwurzel zwischen zehn und zwanzig Mal während ihrer gesamten Lebensdauer.

Was Haarausfall ist und wie er sich äußern kann

Ein paar Haare im Waschbecken, auf dem Kopfkissen oder in der Haarbürste? Keine Panik – mit beginnendem Haarausfall haben diese Beobachtungen nicht das Geringste zu tun. Dabei handelt es sich um ein ganz natürliches Procedere. Da wie oben beschrieben jedes Haar nur eine begrenzte Lebensdauer hat, fällt es irgendwann aus, ein neues wächst nach. Täglich bis zu 100 Haare zu verlieren ist also nichts, was Sie beunruhigen müsste. Anders sieht es aus, wenn sie täglich mehr als 100 Haare verlieren, dies über einen Zeitraum von mehreren Wochen geschieht und dabei vielleicht sogar einzelnen haarlose Stellen zutage treten. Dann kann durchaus von Haarausfall (medizinisch: Effluvium) gesprochen werden. Im nächsten Schritt kann Haarausfall zu Haarlosigkeit führen (Alopezie oder Alopecia). Ist der Haarverlust nur vorübergehend, wachsen die Haare später nach. Wurden allerdings Haarwurzeln zerstört, können sich an den betroffenen Stellen keine Haare mehr bilden.

Männer

Den Männern liegt Haarausfall meist in den Genen (androgenetische Alopezie). Es beginnt mit Geheimratsecken an den Schläfen oder dünner werdendem Haar im Tonsurbereich. Im fortgeschrittenen Stadium kann sich eine Glatze an Stirn und/oder Hinterkopf entwickeln. Am Ende bleibt dann nur noch ein Haarkranz stehen.

Frauen

Frauen können ebenfalls von androgenetischem Haarausfall betroffen sein. Das zeigt sich zwar nicht in Form einer Glatze, allerdings wird ihr Haar – meist im Scheitelbereich – dünner. Alopezie bei Frauen tritt erstmals in den Wechseljahren auf.

Unterschiedliche Formen von Haarausfall

Dünner werdendes Haar

Bei androgenetischer Alopezie, also genetisch bedingtem Haarausfall, ist eine Überreaktion der Haare auf das Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) Auslöser für den Haarausfall. Dieser Prozess wiederholt sich mehrmals, nachwachsende Haare werden mit jedem Mal dünner.

Kreisrunder Haarausfall

Von Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall) spricht der Mediziner, wenn im Bart (seltener), am Kopf oder auch in der Körperbehaarung kahle Stellen in Münzgröße auftreten. An den betroffenen Stellen sind winzige Haarausführungsgänge erkennbar, ein Zeichen dafür, dass die Haare ohne Probleme wieder nachwachsen können. Am Rand dieser Flecken, stehen meist kurze Haare (abgebrochen), die sich leicht auszupfen lassen. Betroffen sind meist Kinder und junge Erwachsene. Meistens wachsen die Haare wieder nach. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die Alopecia areata wiederkehrt.

Ursache für kreisrunden Haarausfall

Als Ursache wird eine Störung des Immunsystems vermutet. Aber auch Pilzinfektionen, Schuppenflechte oder andere Erkrankungen von Haut oder Kopfhaut können Haarausfall an vereinzelten Stellen verursachen. Je nach Ursache werden Beschwerden dieser Art oder andere, zusätzliche Symptome angezeigt, wie beispielsweise Rötungen, Schuppenbildung oder Juckreiz.

Diffuser Haarausfall

Wird das Haar gleichmäßig lichter, handelt es sich um diffusen Haarausfall. Die Haare wachsen nicht mehr dicht nebeneinander, die Kopfhaut beginnt hindurch zu schimmern. Einzelne kahle Stellen sind bei diffusem Haarausfall nicht zu erkennen. Oftmals ist für diese Form des Haarausfalls eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse verantwortlich, Eisenmangel kann ebenfalls eine Rolle spielen. Werden Medikamente eingenommen oder leiden Betroffene an Infektionskrankheiten, kann das Haar insgesamt dünner werden. Nach einer Strahlen- oder Chemotherapie fallen die Haare oftmals komplett aus, wachsen aber nach Beendigung der Therapie wieder nach. Auch der Einfluss von Stress, mechanische oder andere Ursachen kann diffusen Haarausfall auslösen.

Haarausfall Ursachen

Die Tatsache, dass zwischen der Ursache, also dem auslösenden Ereignis und dem Haarausfall selbst mehrere Wochen liegen können, macht die Ursachenforschung oftmals kompliziert. Denn meistens gehen die Haare nicht sofort verloren, sondern stellen erst einmal das Wachstum ein, wechseln in den sogenannten Ruhezustand. Ist die Ruhephase beendet, fallen plötzlich vermehrt Haare gleichzeitig aus. Bei jedem Menschen wird das Haar mit zunehmendem Alter lichter. Angeborene Haarlosigkeit ist äußerst selten, ebenso wie Haarausfall in den ersten Lebensjahren, der beispielsweise die Folge von Stoffwechseldefekten darstellt.

Ursachen für dünner werdendes Haar (androgenetischer Alopezie)

Androgenetische Alopezie kommt am häufigsten vor. Die Ursache ist bei Frauen und Männern gleich und hat in der Regel nichts mit einer hormonellen Störung zu tun, wenn auch das maskuline Geschlechtshormon Dihydrotestosteron (DHT) durchaus eine wichtige Rolle spielt.

Im weiblichen und männlichen Körper wird DHT mithilfe eines Enzymes (5-alpha-Reduktase) aus dem männlichen Geschlechtshormon Testosteron gebildet. Wenn Sie jetzt vermuten, dass alle Männer mit Glatze besonders viele männliche Hormone in ihrem Blut haben, ist das ein Irrtum. Das hat mit der Haarwurzel zu tun, nicht mit den Hormonen an sich. Bei androgenetischer Alopezie reagieren die Haarwurzeln der betroffenen Personen äußert empfindlich auf DHT.

Außerdem wird mehr DHT produziert, da diese Haarwurzeln viel mehr des erwähnten Enzyms enthalten. Diese Veranlagung ist in den Genen dieser Menschen festgeschrieben, eine automatische Weitervererbung ist jedoch nicht gegeben, da an diesem Prozess verschiedene Gene beteiligt sind. Die Überempfindlichkeit der Haarwurzeln auf DHT bewirkt, dass die Wachstumsphase der Haare verkürzt wird und sie deshalb schneller ausfallen.

Beim Nachwachsen werden sie dünner und dünner. Am Ende bleibt nur noch ein wenig Flaumhaar übrig, das im schlimmsten Falle irgendwann gemeinsam mit der Haarwurzel abstirbt. Äußerst selten liegt auch bei betroffenen Frauen (lichter werdendes Haar im Scheitelbereich) eine hormonelle Störung vor.

Sie zeigt sich meist im Zusammenhang mit „Vermännlichungszeichen“ wie stärkerer Behaarung an Kinn oder Oberlippe, Brustwarzen, um den Bauchnabel und in der Bikinizone. In diesen Fällen ist eine hormonelle Abklärung unbedingt ratsam. Zu dieser Art Haarausfall Ursachen gibt es haufenweise Haarwuchsmittel, wie beispielsweise Minoxidil, Regaine, etc.

Ursachen für kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata)

Bei der Feststellung der genauen Ursachen von kreisrundem Haarausfall tappen die Mediziner noch im Dunkeln. Sie gehen aber davon aus, dass das körpereigene Immunsystem einer Fehlreaktion ausgesetzt ist (Autoimmunkrankheit).

Die Abwehrzellen richten sich gegen körpereigene Haare, anstatt Bakterien und Viren den Kampf anzusagen. Entzündungen sind die Folge, die Haare können nicht mehr richtig wachsen und fallen aus. Es kommt vor, dass die Alopecia areata in der einen oder anderen Familie vermehrt auftritt.

Das lässt auf eine erbliche Veranlagung schließen. Es wurde weiterhin festgestellt, dass kreisrunder Haarausfall auffällig oft in Verbindung mit anderen Autoimmunkrankheiten auftritt (Schilddrüsenerkrankung, Weißfleckenkrankheit).

Ursachen für diffusen Haarausfall

Zunächst gilt es, zwischen zweierlei Arten zu unterscheiden:

1. Zeitgleich mit schädigendem Ereignis

In den meisten fällen beginnt der Haarausfall zeitgleich mit dem schädigenden Ereignis. Die Haare treten verstärkt in die Telogen- also der sogenannte Ausfallphase ein. Das geschieht beispielsweise, wenn eine Chemotherapie beginnt.

2. Monate nach schädigendem Ereignis

Die andere Variante ist, dass der Haarverlust erst Monate nach dem schädigenden Ereignis auftritt.

Gründe für diffusen Haarausfall

Schilddrüsenfehlfunktionen

Eine Schilddrüsenunterfunktion hat neben einer erhöhten Kältempfindlichkeit, kühler und vor allem trockener Haut und Antriebsarmut auch stumpfes, brüchiges Haar zur Folge. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich neben erhöhter Wärmeintoleranz und warm-feuchter Haut, gesteigerter Gereiztheit ebenfalls mit diffusem Haarverlust äußern (weiches, dünnes Haar).

Eisenmangel

Eisenmangel, insbesondere der Mangel an Ferritin (Speichereisen). (Wir werden auf das Thema „Eisenmangel als Ursache für Haarausfall“ an anderer Stelle noch detaillierter eingehen.)

Medikamente

Oft wird diffuser Haarausfall auch durch die Einnahme bestimmter Medikamente hervorgerufen (Betablocker, Mittel zur Blutverdünnung, Cholesterinsenker).

Vergiftung

Äußerst selten, aber dennoch möglich, können auch Vergiftungen die Ursache für Haarausfall sein.

Krankheiten / Nährstoffmangel

Verschiedene Krankheiten und Nährstoffmangel können ebenfalls für diffusen Haarausfall verantwortlich sein. Ernähren Sie sich jedoch ausgewogen und abwechslungsreich, ist diese Form von Haarausfall aufgrund von Nährstoffmangel in unseren Breiten äußerst selten. Essstörungen (Bulimie, Anorexie), Blitzdiäten, aber auch eine unzureichende Nährstoffaufnahme über den Darm (aufgrund chronischer Darmerkrankungen oder nach Operationen) können ebenfalls Ursache für einen Nährstoffmangel sein. Es ist also durchaus möglich, dass sich im Zuge schwerer chronischer (Infektions-) Krankheiten (Scharlach, Grippe) diffuser Haarausfall entwickeln kann.

Schwangerschaft

In der Schwangerschaft (auch hierzu an anderer Stelle mehr) zeigen sich die meisten Frauen total begeistert von ihrer dichten und gesunden Haarpracht. Schuld daran ist das veränderte Gleichgewicht der Hormone. Die Haare befinden sich während der Schwangerschaft in einer verlängerten Wachstumsphase. Ist das Baby auf der Welt, erfolgt eine erneute Hormonumstellung – und plötzlich fallen die Haare stärker aus als normal. Nicht selten bekommen die frischgebackenen Mütter einen großen Schrecken. Dieser unschöne Nebeneffekt ist aber meist nur von kurzer Dauer. Wechselt eine Frau die „Anti-Baby-Pille, beginnt oder beendet die Einnahme, kann das ebenfalls zu vorübergehenden Schwankungen in der Haarfülle führen.

Chemotherapie und Strahlentherapie

Chemotherapie und Strahlentherapie können zu diffusem Haarausfall führen, es muss aber nicht zwangsläufig passieren. Der Haarausfall kann dann nicht nur das Kopfhaar, sondern auch Körperhaare, Wimpern und Augenbrauen betreffen. Meist fallen die Haare nach mehreren Tagen,manchmal auch erst Wochen nach Beginn der Therapiemaßnahme aus. In anderen Fällen brechen Sie auch nur vermehrt über der Kopfhaut ab. Nach Therapieende sprießen sie meist wieder und wachsen gesund nach. Ist bei einer Strahlentherapie die Kopfhaut der Strahlung direkt ausgesetzt, kann dies ebenfalls verstärkt zu diffusem Haarausfall führen. In der Regel wachsen die Haare nach Behandlungsende wieder nach. War die Strahlendosis jedoch an mehreren Behandlungstagen sehr hoch, können Haarwurzeln dauerhaft geschädigt worden sein, das Haar wächst dann spärlicher nach.

Kopfbedeckungen, Haargummi und Co.

Mechanische Ursachen sollten als Auslöser für diffusen Haarausfall keinesfalls unterschätzt werden. Bestimmte Frisuren oder Kopfbedeckungen können die Haare stark strapazieren. Der ständige Zug, der durch das straffe Zurückziehen der Haare und den strammen Haargummi auf das Haar ausgeübt wird, kann für schütter werdendes Haar im Scheitelbereich und an den Schläfen verantwortlich sein. Auch erhöhter Druck (zum Beispiel nach längerer Bettlägerigkeit) kann den Verlust von Haaren am Hinterkopf zufolge haben. Dieses Phänomen ist auch oftmals bei Babys zu beobachten, die viel auf dem Rücken liegen.

Hautschädigungen

Weitere Ursachen für diffusen Haarausfall können Pilzinfektionen, verschiedene Hautkrankheiten, Viren- oder Bakterien-Infektionen, Hauttumore, Ekzeme auf der Kopfhaut oder Schuppenflechte sein. Schädigungen der Kopfhaut oder andere entzündliche Erkrankungen können Haarwurzeln zerstören und Vernarbungen nach sich ziehen. Hierzu gehören unter anderem Pilzinfektionen der Kopfhaut sowie Verbrennungen oder Verätzungen mit Laugen oder Säuren. Hierbei können dauerhaft geschädigte Haarwurzeln und infolgedessen auch haarlose Stellen zurückbleiben.

Psyche

Stress und andere psychische Ursachen können ebenfalls für diffusen Haarausfall begünstigen. Im Fall von Stress wurde dieser Effekt mittels Studien an Mäusen bereits nachgewiesen.

Manchmal stecken hinter Haarausfall auch psychische Erkrankungen. Leidet ein Mensch (oftmals auch Kinder) an Trichotillomanie, verspüren sie einen zwanghaften Drang, sich bei Anspannung und Stress die Haare auszureißen, zumindest aber daran zu ziehen oder Haarsträhnen mithilfe eines Fingers fest einzudrehen.

Oft beginnt dieser Verhaltensstörung in der Jugend, Männer sind seltener betroffen als Frauen. In besonders schweren Fällen zeigen sich dann irgendwann kahle Stellen auf der Kopfhaut – dabei ist das Haar eigentlich gesund. Die Betroffenen versuchen dann, ihre kahle Stellen unter Kopftüchern, Hüten oder Haarteilen zu verstecken.

Auch beim Erfinden von möglichen Haarausfall Ursachen legen viele Betroffene ein hohes Maß an Fantasie und Kreativität an den Tag

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