Glatze – Ursachen, Behandlungen und Möglichkeiten, damit umzugehen


Haarausfall und die daraus resultierende Glatze kann in jedem Alter auftreten und eine Vielzahl von Ursachen haben. Unheilbar ist er jedoch nicht. Wird er frühzeitig erkannt und gezielt behandelt, ist die unerwünschte Glatze in vielen Fällen vermeidbar. Aber auch falls dem Haarverlust kein Einhalt geboten wird, kann er dennoch verlangsamt oder aber kaschiert werden.

Lieber eine Glatze als gar keine Haare

Haarausfall – Ursachen

Die Ursachen für Haarausfall sind vielseitig und nicht immer einfach zu erkennen. Für eine erfolgreiche Therapie ist eine ursächliche Behandlung jedoch unabdingbar. Daher ist eine ausführliche und umfassende Diagnostik unerlässlich, selbst dann, wenn die Ursache zunächst eindeutig erscheint.

Mögliche Gründe für übermäßigen Haarausfall:

 

Dem Haarausfall vorbeugen

Selbst genetisch bedingtem Haarausfall kann vorgebeugt werden. Zwar lässt sich eine Glatze auch mit gezielter Vorbeugung nicht immer verhindern, ihre Entstehung kann aber in den meisten Fällen verlangsamt werden.

 

1. Haarausfall frühzeitig erkennen

Glatzen entstehen meist langsam und zunächst unbemerkt, auffällig werden sie erst, wenn der Haarverlust bereits recht weit fortgeschritten ist. Das erschwert es, frühzeitig zu handeln. Werden erste Warnzeichen ernst genommen, kann Haarausfall meist relativ einfach verlangsamt oder erfolgreich behandelt werden.

Erste Warnzeichen für Haarausfall:

  • Eltern, Großeltern oder ältere Geschwister leiden an übermäßigem Haarverlust. Dies kann auf familiär bedingten Haarausfall hindeuten. Regelmäßige Untersuchungen durch den Hautarzt können hierbei helfen, diesen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu behandeln.
  • Beim Kämmen oder Waschen der Haare gehen übermäßig viele Haare aus. Normal sind bis zu 100 Haare pro Tag. Finden sich schon morgens im Kamm deutlich größere Anzahlen, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. Auch die Kleidung, der Abfluss oder Handtücher können zum Haarfang werden und sollten bei Verdacht auf übermäßig viele Haare untersucht werden.
  • Das Haar wirkt feiner, schlaffer, stumpf und dünner.
  • Die Haare sitzen ungewöhnlich lose, schon der kleinste Zug bewirkt, dass sie ausgehen.
  • Die Kopfhaut juckt, ist trocken, gereizt oder schuppt. Auch eine Veränderung dieser empfindlichen Haut kann ein erstes Anzeichen auf beginnenden Haarausfall sein.

 

2. Auf Verdacht reagieren

Besteht ein Verdacht auf Haarausfall, der Grund ist aber unklar, sollte eine ausführliche Diagnostik durchgeführt werden. Dazu gehören die Aufnahme der Familiengeschichte, Blutuntersuchungen und die Entnahme von Haarproben. Denn Haarausfall kann vielerlei Gründe haben.

 

3. Gezielte Therapie

Ist die Ursache festgestellt, ist eine gezielte und breit angesetzte Therapie essenziell. Diese ist natürlich abhängig von der jeweiligen Krankheit oder Veranlagung. Für schnelle Behandlungserfolge sollte die Ursache – sofern möglich – behoben werden. Darüber hinaus können Haarwuchsmittel, Nahrungsergänzungen und spezielle Präparate dabei helfen, den Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu beschleunigen.

 

Problemlösungen bei Haarausfall

Bevor Haarausfall zur vollständigen Glatze führt, stehen verschiedenste Haarwuchsmittel, Medikamente und Behandlungen zur Verfügung.

Erster Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung ist jedoch die Diagnose der Ursache. Ist der Haarausfall erblich bedingt, wird ihm zumeist medikamentös begegnet. Gleiches gilt bei kreisrundem Haarausfall, bei dem es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt.

Und auch bei Erkrankungen der Kopfhaut, Infektionen und anderen Krankheiten wird Haarausfall in erster Linie medikamentös behandelt.

Liegt hingegen Haarausfall aufgrund einer Mangelernährung vor, kann dieser nur durch einen Ausgleich der fehlenden Nährstoffe behandelt werden.

 

Mit einer Glatze umgehen – Möglichkeiten

Wenn die Angst vor dem Blick in den Spiegel wächst, nur noch ganz vorsichtig gekämmt und das tägliche Haarzählen zu einem fest verankerten Bestandteil wird – ist es höchste Zeit, anders mit der (beginnenden) Glatze umzugehen. Und dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten.

1. Eine Glatze kaschieren – Haarteile und Co.

Zeigen sich erste kahle Stellen oder wird das Haupthaar langsam lichter, ist das Kaschieren zunächst eine gute Möglichkeit, mit der Veränderung zu Recht zu kommen. Es eignet sich ebenso, um die Zeit zwischen dem Beginn einer Behandlung und dem erstem sichtbaren Erfolg zu überbrücken.

Möglichkeiten, Haarausfall zu kaschieren:

  • Perücke und Toupet – die Klassiker helfen vor allem bei größeren kahlen Stellen und bereits fortgeschrittenem Haarausfall. Wirklich gute und überzeugende Haarteile haben jedoch ihren Preis. Und auch diese machen nicht immer alles mit.
  • Haarverdichtung und Haarverlängerung – temporäre Clips oder etwas dauerhafter eingebrachte Strähnen können schütteres Haar auffüllen und wirken natürlich. Auch sie sind aber, abhängig vom Umfang, recht preisintensiv. Zudem kann eine Haarverdichtung nur dann vorgenommen werden, wenn noch ausreichend Resthaar vorhanden ist.
  • Frisurveränderung – einfach und vergleichsweise preisgünstig aber nicht immer realisierbar. Schon eine simple Veränderung des Haarschnittes oder Stylings kann aber dabei helfen, kleinere kahle Stellen zu überdecken oder Geheimratsecken zu verbergen.
  • Haarbänder und Kopfbedeckungen – ebenfalls einfach und kostengünstig, leider aber nicht immer tragbar. Während Frau mit einem auf die Garderobe abgestimmten Haarband oder -Tuch auch im Büro etwas tricksen kann, hat Mann hier weniger Auswahl.

Ob Haarteil oder kaschierendes Band, je weiter der Haarausfall, und damit auch die Glatze fortschreitet, desto schwieriger wird ein Überdecken. Das Kaschieren sollte also, mit Ausnahme individueller Perücken und Toupets, als temporäre Lösung betrachtet werden.

Auch dann gilt es aber, die bestmögliche Variante zu finden. Denn nur wenn diese auf die individuelle Haarsituation angepasst wird, wirkt sie auch natürlich.

 

2. Behandlungen und Langzeitlösungen

Eine Glatze muss kein unveränderliches Schicksal sein. Wird die konkrete Ursache gefunden und mit Haarwuchsmitteln, wie beispielsweise Minoxidil, behandelt, können Haare gerettet werden oder gar neu wachsen.

Hier heißt es jedoch, Geduld zu bewahren. Denn sind Haare einmal ausgefallen, dauert es recht lange, bis sie wieder auf die ursprüngliche Länge gewachsen sind. Selbst sofortige Behandlungserfolge sind daher erst zeitverzögert sichtbar.

Sprießen keine neuen Haare, kann die Glatze dennoch wieder verschwinden. Und das sogar dauerhaft. Beispielsweise durch Haartransplantationen. Sinnvoll sind derlei dauerhafte Lösungen allerdings erst, wenn andere Behandlungen auch langfristig keinen Erfolg zeigen.

 

3. Abrasieren – wenn, dann richtig

Die kahle Stelle wächst täglich und auch der Rest des Haupthaares wirkt alles andere als dicht und voll: Hier kann ein Griff zum Rasierer für optische Verbesserung sorgen. Männer haben es hierbei natürlich leichter als Frauen.

Tipp: Vor dem Rasieren überprüfen, ob die gewählte Glatze auch zur Gesichtsform passt. Das funktioniert mit einem Frisurenprogramm und einem Porträtfoto ganz einfach.

 

4. Vorteile erkennen

Eine Glatze, ob (freiwillig) rasiert oder natürlich entstanden, hat auch ihre Vorteile. Männer, die ‚oben ohne‘ durchs Leben gehen, wirken maskuliner, stärker, optisch größer und sind daher im Job nicht selten erfolgreicher.

Übrigens: Bei Frauen sieht die Sachlage ein wenig anders aus und der Umstand eine Glatze zu haben kann sehr belastend werden – muss aber nicht.

Auch die Glatze muss zwar gepflegt werden, spart aber künftige Ausgaben für den Friseur und für Stylingprodukte. Das Haar zu kämmen und zu frisieren ist mit ihr ebenso passé, wie Tage an denen die Frisur einfach nicht sitzt.

Wem die Glatze also steht, muss vollem Haupthaar keine Träne nachweinen.