Extremer Haarausfall: Was muss ich wissen?

Extremer Haarausfall kommt nie gelegen (es sei denn, man ist eine Katze und sonnt sich in der Frühlingssonne auf dem Kratzbaum). Gesunder Haarwuchs ist abhängig von Lebensstil, Wachstumshormonen, Ernährung und sogar Stressfaktoren. Gerade damit haben wir im Alltag nicht selten so unsere Last. Studien belegen, dass 40 Prozent aller Frauen und 50 bis 80 Prozent der Männer Probleme mit Haarausfall haben; sicherlich nicht immer in dramatischen Ausmassen, doch wünschen wird sich das niemand.

Gesundes und schönes Haar gehört eben zu einem gepflegten Äusseren dazu – und darauf legen wir viel Wert.

Ein totales Horrorszenario wird sich einstellen, wenn uns die Haarbürste nach dem Duschen die Haare büschelweise vom Kopf zieht – trotz gesunder und abwechslungsreicher Ernährung und einer kleinen Armada an Haarpflegeprodukten.

Extremer Haarausfall ist immer das Resultat massiver Veränderungen in unserem Körper, und das kann verschiedene Gründe haben. In den meisten Fällen handelt es sich dabei aber um „pathologische“ beziehungsweise krankhafte Symptome, die es herauszufinden gilt.

Bei extremem Haarausfall wird der Gang zum Arzt also nicht zu vermeiden sein. Ein Arzt wird das Problem diagnostizieren können und eine etwaige Krankheit zu behandeln wissen. Das wird zwar verlorenes Haar nicht zurückbringen, aber einen fortlaufenden Prozess verlangsamen oder sogar ganz stoppen.

Natürliche Gründe für extremen Haarausfall gibt es nicht, wohl aber Lebenssituationen, die schwächer oder stärker ausgepräften Haarausfall begünstigen.

 

Erblicher Haarausfall

„Wie der Vater, so der Sohn“ heisst es oft und trifft unser Problem sprichwörtlich auf den Kopf. Wir alle kennen das Symptom des „Hubschrauberlandeplatzes“ bei Männern mittleren Alters. Es sei nun also „genetisch“ vorprogrammiert, dass auch der Sohn eines Tages an dem gleichen Problem leiden wird. Erblicher Haarausfall, oder auch androgenetische Alopezie, ist allerdings bei Naturvölkern, die in Harmonie und Einklang mit ihrer Umwelt leben, gänzlich unbekannt.

Das liegt einzig und allein daran, dass diese Naturvölker in ihrem angestammten Lebensraum ausschliesslich frische und vitalstoffreiche Nahrung zu sich nehmen. In unserer moderner Zivilisation hingegen ernähren wir uns fast ausschliesslich von konservierten und industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln mit vielerlei chemischen Zusatzstoffen. Was der Sohn nun also tatsächlich vom Vater „erbt“, ist nicht etwa der Haarausfall, respektive die Glatze, sondern schlicht die Lebensweise.

Ob die Schulmedizin dieses Phänomen nun absichtlich oder aus Bequemlichkeit fehlinterpretiert, sei einmal dahin gestellt. Tatsache ist jedoch, dass es aus wissenschaftlicher Betrachtungsweise keinen „erblichen Haarausfall“ gibt.

 

Haarausfall in den Wechseljahren

Viele Frauen fürchten sich vor hormonell bedingtem Haarausfall in den Wechseljahren. In der Tat durchlebt der Körper einer Frau in dieser Zeit viele Veränderungen, die auch die Wachstumshormone der Haare betreffen können.

Es gibt heute allerdings sehr viele wirksame Medikamente (nicht zu verwechseln mit Haarwuchsmitteln à la Minoxidil, etc.) und vorbeugende Massnahmen, die nach Rücksprache mit einem Arzt den Haarausfall verringern oder ganz stoppen. Gleichfalls gilt es, in dieser Zeit besonders auf Lebensstil und Ernährung zu achten.

Natürlicher, gesunder Haarwuchs benötigt neben Wachstumshormonen auch Vitamin-B, Eiweiss und Zink. Zusätze, die sich leicht durch ausgewogene und überlegte Ernährung regulieren lassen.

 

Stressbedingter Haarausfall

Bei ständigem Stress können uns schon die Haare ausgehen, und zwar nicht, weil wir sie voller Sorge ständig raufen, sondern weil unser kompletter Organismus auf solche Stresssituationen reagiert.

Neben Haarausfall kann Stress noch viel besorgniserregendere Gesundheitsschäden nach sich ziehen. Die Diagnose von stressbedingtem Haarausfall gestaltet sich meist schwierig, da nur wenige Menschen (vor sich selbst) einräumen, tatsächlich so stark auf eine Belastungssituation zu reagieren.

Langfristiger Stress verändert unseren Hormonhaushalt und somit den Wachstumszyklus unserer Haare. Der eigentliche Grund für das Ausgehen der Haare ist sehr viel einfacherer Natur: Bei Stress spannen wir unsere Muskeln an, und das passiert völlig unbewusst.

Bei dauernder Belastung sind die Folgen fatal: Das Zusammenziehen der Kopfhaut vermindert die Durchblutung der Haarwurzeln und damit die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff. Die Haare fallen vermehrt aus.

Diese Entwicklung kann jedoch wieder rückgängig gemacht werden. Gestresste Haare lassen sich durch Haarkuren reparieren, die die Durchblutung fördern und die Versorgung der Haarwurzeln begünstigen und auf Dauer gewährleisten.

 

Krankheit

Nun gibt es sicherlich auch Krankheiten oder Therapien, die unseren Haaren zusetzen können. Ausmaß und Umfang dieser Wirkungen und/oder medikamentösen Nebenwirkungen wird Ihnen ein Arzt erklären können. Inwieweit sich solche Schäden mit der Zeit wieder begehbar machen lassen, hängt sicherlich von dem Umfang der Krankheit ab.

Sprechen Sie ausführlich mit Ihrem Arzt und erklären Sie auch, wie sich Veränderungen auf Ihre Lebenssituation oder Ihre Lebensqalität auswirken. Unter Umständen lassen sich Lösungen finden, die natürlich erst dann zum Tragen kommen, wenn man das Problem offen diskutiert.

Generell gilt jedoch, dass sich extremer Haarausfall verhindern liesse, wenn man einen gesunden Lebensstil anstrebt. Hierzu gehört nicht nur ausgewogene Ernährung, die den Haaren die nötigen Vitamine und Mineralien liefern, sondern auch durchblutungsfördernde Bewegung. Pflegekuren und Nahrungsmittelzusätze können Mangelhaushalte zudem regulieren und bereits angegriffenes Haar möglicherweise vollständig regenieren.

Hierbei können Sie auf viele Pflegeprodukte zurückgreifen, oder auch auf natürliche, bewährte Hausmittel setzen. In jedem Fall aber empfielt sich ein Gespräch mit Ihrem Arzt.

Ursachenforschung ist der erste Schritt, das Problem in den Griff zu bekommen.

Wichtig ist dabei allerdings, dass Sie offen alle Möglichkeiten ansprechen, die aus Ihrer Sicht den extremen Haarausfall hervorrufen. Offenheit ist wichtig! Machen Sie sich und dem Arzt nichts vor. Nur so können Sie das haarige Problem mildern und hoffentlich sogar ganz aus dem Weg räumen.